Digitale Weiterbildung für Frauen – Nächster Kurs startet am 6. Januar


Osnabrück. Digitale Kenntnisse spielen am Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle. Doch trotz guter EDV-Vorkenntnisse fällt Frauen mit Migrations- und Fluchtgeschichte der Einstieg oder Wiedereinstieg in den Beruf schwer: Mangelnde Sprachkenntnisse, veraltetes Studien-Wissen und nicht zuletzt fehlende Kenntnisse über den deutschen Arbeitsmarkt sind eine Hürde. Der Verein Exil bietet deshalb seit April 2019 für Frauen mit EDV-Vorkenntnissen und Migrationsgeschichte eine Weiterbildung für Berufsfelder in der digitalen Arbeitswelt an. 18 Frauen haben den Kurs bereits erfolgreich absolviert, am 6. Januar startet der letzte Durchlauf. „Das Projekt ermöglicht es Migrantinnen, ihre EDV-Kenntnisse aufzufrischen und Arbeitgeber in der Region kennenzulernen“, erklärt Exil-Geschäftsführerin Sara Höweler. Teilnehmen können sowohl zugewanderte als auch geflüchtete Frauen aus Stadt und Landkreis Osnabrück, die SGB II-Leistungen beziehen.

„Insbesondere für nichterwerbstätige Frauen mit ausländischen Ausbildungs-, Studien- oder Schulabschlüssen relevant“

„Die Weiterbildung ist insbesondere für nichterwerbstätige Frauen mit ausländischen Ausbildungs-, Studien- oder Schulabschlüssen relevant“, so Höweler weiter. Sie vermittle Kenntnisse in den Bereichen Software, E-Commerce, Online-Marketing, Social Media und Datenschutz. „Wir trainieren auch berufsspezifisches Vokabular und simulieren Bewerbungsgespräche und Situationen aus dem Berufsalltag“. „In einem zweimonatigen Praktikum in regionalen Unternehmen können die Frauen die erworbenen Skills anschließend anwenden und festigen“, ergänzt Jobcoach-Mitarbeiterin Ann-Christin Huber. Kooperationspartner sind das Jobcenter Osnabrück und die MaßArbeit kAöR.

„Wichtig, immer am Ball zu bleiben und weiter zu lernen“

Das EDV-Training übernimmt Nermeen Alkhodari. Die aus Syrien stammende Mutter von zwei Kindern blickt auf eine eigene Fluchtgeschichte zurück und weiß, wie es sich anfühlt, neu anfangen zu müssen. „Gerade beruflich ist es eine große Herausforderung, in einem neuen Land, dessen Sprache und Kultur man erst nach und nach kennenlernt, Fuß zu fassen. Viele Menschen mussten ihr Studium in ihrem Heimatland abbrechen oder wurden mitten aus dem Berufsleben gerissen“.  Frauen wie sie, die Informatik studiert haben oder bereits in digitalen Berufen gearbeitet haben, wolle sie nun dabei unterstützen, in Deutschland einen Job zu finden. „Die digitale Arbeitswelt entwickelt sich sehr schnell. Es ist deshalb sehr wichtig, immer am Ball zu bleiben und weiter zu lernen.“ Mit der Auffrischung von Software- und Programmier-Kenntnissen und der Vorstellung neuer Berufsfelder möchte sie den Teilnehmerinnen Türen zur Arbeitswelt in Deutschland öffnen.

Berufe wie E-Commerce-Kauffrau, Online-Shop-Managerin oder Virtuelle Assistentin kennenlernen

Jara Hofmann, die zweite Kursleiterin im Projekt, kümmert sich um für den Beruf relevantes Vokabular und Bewerbungstraining. Insgesamt hat die Weiterbildung drei Module: Im ersten Modul stellen die Kursleiterinnen digitale Berufs- und Ausbildungsfelder vor, um den teilnehmenden Frauen einen Überblick zu geben, wie und wo sie ihre Kompetenzen sinnvoll einsetzen können. „Berufe wie E-Commerce-Kauffrau, Online-Shop-Managerin oder auch Virtuelle Assistentin bieten spannende Aufgaben, die aber längst nicht allen bekannt sind“, erklärt Jara Hofmann.

Individuelle Voraussetzungen und Stärken der Frauen werden berücksichtigt

„Das zweite Modul soll den Frauen ein Gefühl dafür vermitteln, welcher der vorgestellten Berufe am wahrscheinlichsten zu ihrer Persönlichkeit und ihrem Profil passt“, so Hofmann weiter. Dabei würden die individuellen Voraussetzungen und Stärken der Frauen berücksichtigt und Wege in das Berufsleben in Deutschland aufgezeigt. Dafür steht den Frauen mit Ann-Christin Huber eine Jobcoach-Mitarbeiterin zur Verfügung, die auch den Kontakt zu interessierten Unternehmen herstellt. Im letzten Modul erhalten die Teilnehmerinnen Unterstützung bei der Anerkennung von Abschlüssen und der Vorbereitung auf das zweimonatige Praktikum. Fragen zum Projekt EDKA beantwortet Ann-Christin Huber: [email][/email], Tel. 0541 7602448.