Interkulturelle Bildungsarbeit an Grundschulen: Neues Projekt gestartet


Zum 1. März ist das interkulturelle Bildungsprojekt „Heimat passt in keinen Koffer“ in Zusammenarbeit mit dem Musiktheater LUPE gestartet. Das Projekt richtet sich an Vor- und Grundschulen in ganz Niedersachsen und ermöglicht diesen den Besuch des Theaterstücks „Wolle im Wasser“, in dem ein Schaf seine Heimat verliert und sich im fremden Känguru-Land zurecht finden muss. Anschließend haben die teilnehmenden Klassen und Gruppen die Möglichkeit, in medienpädagogischen Workshops mit Exil, sich selbst kreativ mit den Themen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, Flucht, Integration und Toleranz auseinanderzusetzen.

Fluchtthematik zielgruppengerecht inszeniert

Mit dem Stück „Wolle im Wasser“ greift das Musiktheater LUPE altersgerecht Aspekte von Flucht, Asylpolitik und Integration auf. Das Schaf Wolle kann nicht im Schafland bleiben und macht sich deshalb auf die Suche nach einer neuen Wiese. In Kängurien trifft er auf die Kängurudame Lizzy, die im Amt für Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit tätig ist. Sie stellt Wolle eine Ungerechtigkeitsbescheinigung aus, die es ihm erlaubt, vorerst in Kängurien zu bleiben. Doch Wolle merkt schnell, dass er nicht überall in Kängurien erwünscht ist.
Die Aufführungen finden in lokalen Kultureinrichtungen in Niedersachsen statt. Dies solle allen teilnehmenden Kindern der Zugang zu Kultur ermöglicht.

Aktive Mitarbeit durch medienpädagogische Elemente

Die anschließenden Workshops leitet Exil-Projektleiterin Therese Heise. Sie besucht die teilnehmenden Klassen und Gruppen einzeln und arbeitet das Gesehene anhand verschiedener Methoden auf. „Wir legen bei der Konzeption der Workshops besonders großen Wert darauf, dass alle Kinder sich trotz sprachlicher oder emotionaler Barrieren einbringen können“, erklärt Therese Heise das Vorgehen. Deshalb seien vor allem (audio-) visuelle Elemente geplant. „In den Workshops erarbeiten die Kinder eigene Beiträge zu Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, Fluchtgeschichten und einem toleranten Miteinander. Das können zum Beispiel Plakate, Fotocollagen oder kurze Videos sein“, so Heise weiter. Dabei stehe stets die Sicht der Kinder im Vordergrund: „Wir wollen nicht mit erhobenem Zeigefinger vermitteln, was richtig oder falsch ist, sondern die Kinder vielmehr dazu anregen, sich mit ihrem eigenen Gerechtigkeitsempfinden auseinander zu setzen.“

Anknüpfung an erfolgreiches Vorgängerprojekt

Heimat passt in keinen Koffer“ wird gefördert durch niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, den Landesverband Soziokultur Niedersachsen, die niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung, die OLB-Stiftung sowie die OsnaBrücke. Mit dem Projekt knüpft Exil an die positiven Erfahrungen im Antidiskriminierungsprojekt „Wolle und Gack machen Theater“ an, das im Februar dieses Jahres trotz der Einschränkungen durch die Covid 19-Pandemie erfolgreich beendet wurde.

Die Bildungsarbeit bei Exil unterstützen

Im Rahmen der Projektförderung sind insgesamt fünf Aufführungen niedersachsenweit geplant. Jede Aufführung wird von mehreren Klassen und/oder Gruppen besucht. Interessierte Kultur- und Bildungseinrichtungen können sich per Mail an oder telefonisch unter 0151 53544331 bei Therese Heise melden. Gerne würde Exil auch über die Förderung hinaus Vor- und Grundschulen die Projektteilnahme ermöglichen. „Es ist schwer, die Teilnahme nur begrenzt anbieten zu können, da wir diese wichtigen Themen am liebsten allen Kindern von Anfang an mit geben möchten“, berichtet Heise. Exil freue sich daher immer über Spenden, um Projekte auch über Förderzeiträume und -gelder hinaus fortsetzen zu können: „Als gemeinnütziger Verein sind wir auf Spendengelder für unsere Arbeit angewiesen. Mit der Unterstützung unserer Bildungsarbeit können wir die Inhalte auch zukünftig vielen Einrichtungen zugänglich machen.“
Spenden sind hier möglich.