Ausgezeichnetes Engagement: Klaus Stakemeier von Exil erhält Ehrenzeichen


Osnabrück, 18.2.20. Klaus Stakemeier – seit 10 Jahren ehrenamtlich bei Exil – Osnabrücker Zentrum für Flüchtlinge aktiv – ist seit gestern Träger des goldenen Ehrenzeichens des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen e.V. Bei einer Jubiläumsfeier anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Paritätischen Niedersachsen übergab der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil ihm diese außergewöhnliche Auszeichnung gestern Nachmittag in Hannover. Klaus Stakemeier war der einzige Osnabrücker unter den rund 100 ausgezeichneten Engagierten aus Niedersachsen.

Birgit Eckhardt: „Ohne diese Menschen wäre unser Land ein ganzes Stück weniger sozial“

Das goldene Ehrenzeichen verleiht der Paritätische an Menschen, die herausragendes ehrenamtliches Engagement leisten und sich für eine soziale und gerechte Gesellschaft einsetzen. „Das Ehrenamt ist das Rückgrat unseres Verbands, das Rückgrat unserer Gesellschaft“, sagte Birgit Eckhardt, Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V. „Ohne das Ehrenamt gäbe es viele unserer Mitgliedsorganisationen gar nicht, und dann hätten viele Menschen nicht die Hilfe, die sie benötigen. Wir nehmen deshalb das 70-jährige Bestehen unseres Verbands zum Anlass, Menschen auszuzeichnen, ohne die unser Land ein ganzes Stück weniger sozial wäre.“

Unermüdlicher Einsatz seit 10 Jahren – als Sprachlernhelfer und Mann „hinter den Kulissen“

Soziale Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit sind für Klaus Stakemeier vor allem eine Herzensangelegenheit. „Ich freue mich riesig über diese Auszeichnung, Klaus hat sie absolut verdient“, sagte Sara Höweler, Geschäftsführerin von Exil. Seinen unermüdlichen Einsatz für den Verein leiste er mit viel Einfühlungsvermögen und Wärme. Bereits 2010 meldete sich der 72-jährige bei Exil als ehrenamtlicher Sprachlernhelfer und engagiert sich seitdem für und mit Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte. Seitdem er 2015 als Beisitzer in den Vorstand des Vereins gewählt wurde, arbeitete er vor allem hinter den Kulissen. So übernahm er die Verwaltung und Betreuung der Mitglieder des Vereins und arbeitete wie selbstverständlich 20 bis 30 Stunden pro Woche unentgeltlich in der Geschäftsstelle mit. Er schreibt Artikel für die Website des Vereins, organisiert Veranstaltungen und Infostände und leitet aktuell die ehrenamtliche Arbeitsgruppe Öffentlichkeits- und Kulturarbeit.

Ehrenzeichen „stellvertretend für alle 380 Ehrenamtliche, die sich bei Exil engagieren“ entgegengenommen

„Unvergessen bleibt für mich auch sein Auftritt als Weihnachtsmann bei der Exil-Weihnachtsfeier im Jahr 2017, bei der er rund 250 Kindern Geschenke überreichte“, erzählt Höweler. Der 72-jährige sei für sie und alle, die ihn kennen, die „gute Seele“ des Vereins. Die Auszeichnung nahm Klaus Stakemeier mit der für ihn typischen Bescheidenheit entgegen. Er widme sie stellvertretend „allen 380 Ehrenamtlichen, die sich aktuell bei Exil engagieren“ und hoffe, viele weitere Menschen für ein Engagement oder die Mitgliedschaft im Verein zu begeistern. Dies ist ihm ohnehin ein wichtiges Anliegen: „Ich nehme die Nadel mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen“, sagte er. Er freue sich über die Wertschätzung seines Engagements. Unverständlich sei für ihn aber, dass gleichzeitig das Land Niedersachsen die Mittel für die Förderung des ehrenamtlichen Engagements in der Flüchtlingshilfe, die auch viele Ehrenamtliche von Exil in Anspruch genommen haben, zum Oktober 2020 streicht. „Das passt nicht zusammen“, findet er.