„Wir halten das soziale Netz“: Migrationsberatungsstellen machen auf ihre unverzichtbare Arbeit aufmerksam

Gemeinsam für eine starke Migrationsberatung: Vertreterinnen der Osnabrücker Träger machen mit der Aktion #wirhaltendassozialenetz auf die Bedeutung verlässlich finanzierter Beratungsangebote aufmerksam. Foto: AWO / Christoph Ernst.

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche Migrationsberatung fordern Caritas, AWO, Outlaw, Diakonie und Exil e.V. eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung der Migrationsberatung

Osnabrück. Ein großes Netz an der Stadtbibliothek, Plakate mit Einblicken in die tägliche Beratungsarbeit und eine klare Botschaft: Unter dem Motto #wirhaltendassozialenetz haben die Osnabrücker Träger der Migrationsarbeit Caritas, AWO, Outlaw gGmbH, Diakonie und Exil e.V. am Montag zum Auftakt der bundesweiten Aktionswoche Migrationsberatung auf die Bedeutung ihrer Arbeit aufmerksam gemacht.

Arlinghaus: „Migrationsberatung öffnet Türen in den Arbeitsmarkt“

Migrationsberatung (MBE) ist für viele Menschen ein unverzichtbares soziales Netz und oft die erste Anlaufstelle bei Fragen und Problemen. Sie bietet Orientierung, unterstützt bei Behördenangelegenheiten und eröffnet Wege in Arbeit und Ausbildung. Allein in Osnabrück finden jährlich mehr als 6.000 Beratungen statt. Zudem ermutigt die MBE Zugewanderte, sich ehrenamtlich einzubringen und die Gesellschaft vielfältig mitzugestalten. Migrationsberaterin Mariana Arlinghaus von Exil e.V. betont: „Migrationsberatung öffnet Türen in den Arbeitsmarkt, stärkt Menschen und fördert gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Netz macht drohende Folgen von Kürzungen sichtbar

Doch dieses wichtige soziale Netz gerät zunehmend unter Druck. Die Finanzierung der Migrationsberatung durch den Bund wird reduziert, während der Unterstützungsbedarf weiterhin hoch ist. Das an der Stadtbibliothek befestigte Netz macht die drohenden Folgen sichtbar: Ein Loch steht sinnbildlich für die Lücken, die entstehen, wenn Beratungsangebote nicht ausreichend finanziert werden. Wo Beratung gekürzt wird, fehlen Unterstützung und Chancen auf gesellschaftliche und berufliche Teilhabe.

Bestehende Angebote bedarfsgerecht ausgestalten und langfristig absichern

Die Träger fordern deshalb eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung der Migrationsberatung durch den Bund. Die bestehenden Angebote müssen bedarfsgerecht ausgestattet und langfristig abgesichert werden. „Wer Integration, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Fachkräftesicherung stärken will, muss die Migrationsberatung stärken. Einsparungen gefährden gewachsene Unterstützungsstrukturen und erschweren die Teilhabe. Wir fordern und eine verlässliche Ausfinanzierung und politische Unterstützung für die unverzichtbare Arbeit in den Beratungsstellen,“ so Arlinghaus.

Ein starkes soziales Netz braucht eine verlässliche Finanzierung: Mitarbeitende der Osnabrücker Migrationsberatung setzen zum Auftakt der bundesweiten Aktionswoche gemeinsam ein Zeichen gegen Kürzungen. Foto: AWO / Christoph Ernst.

Zum Inhalt springen