Jugendliche lernen toleranten Umgang mit TikTok, Snapchat und Co.

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Jugendliche Teilnehmende des Projekts "Informiert statt Irritiert"

Exil e.V. beugt mit Projekt „Informiert statt irritiert“ Hass in den sozialen Medien vor – Bildungsmaterialien stehen Schulen ab Dezember zur Verfügung

Osnabrück, 16. November 2021. Mit seinem neuen Projekt „Informiert statt irritiert“ holt der gemeinnützige Verein Exil Jugendliche in ihren digitalen Lebenswelten ab – direkt bei TikTok, Snapchat, Instagram und Co. Zurzeit finden dafür Workshops für Schüler*innen der siebten bis neunten Jahrgangsstufe in Stadt und Landkreis Osnabrück statt. Mit den Workshops will der Verein Hass und Desinformationen im Netz vorbeugen und die teilnehmenden Jugendlichen für ein respektvolles Miteinander auch im digitalen Raum sensibilisieren. „Laut aktuellen Studien sind rund die Hälfte aller Jugendlichen Hassbotschaften im Netz begegnet“, erzählt Medienpädagogin und Projektmitarbeiterin Therese Heise. Ein Fünftel der Heranwachsenden war selbst von Anfeindungen, Beleidigungen oder Bedrohungen im Netz betroffen. „Die soziale Kommunikation junger Menschen verändert sich rasant. Oft sprechen Jugendliche in Codes, die Betreuende und Lehrkräfte nicht verstehen“, so Heise. Mobbing, Diskriminierung und Rassismus bleibe daher häufig unerkannt. Das wolle das Projekt ändern.

„Großer Bedarf, diese Themen in den Unterricht zu bringen“

Insgesamt vier Tagesworkshops realisiert der Osnabrücker Verein Exil aktuell an Gesamt- und Oberschulen im Raum Osnabrück. Die teilnehmenden Klassen erarbeiten Möglichkeiten, mit Phänomenen wie Fake News, Verschwörungsideologien, Hate Speech und Cybermobbing umzugehen. Zum Abschluss erstellen die Jugendlichen eigene Beiträge wie TikTok-Videos, Instagram-Stories oder Snapchat-Bilder, in denen sie sich aktiv für ein tolerantes Miteinander aussprechen. Das Projekt stößt auf viel Zuspruch bei Schulen und Lehrkräften. „Lehrkräfte, die mitbekommen, dass wir in einer Parallelklasse vor Ort waren, wünschen sich in vielen Fällen direkt einen weiteren Workshop für ihre eigene Klasse“, sagt Projektmitarbeiterin Tomke Schriever. Es werde immer wieder auch von konkreten Praxisfällen von Hass und Falschinformationen in den Klassen berichtet. „Wir merken, dass ein großer Bedarf da ist, diese Themen in den Unterricht zu bringen“, so Schriever. Leider fehle im Unterrichtsalltag häufig die Zeit, außercurriculare Inhalte einzubinden.

Unterrichtspaket mit Bildungsmaterialien jetzt vorbestellen

„Informiert statt Irritiert“ verknüpfe deshalb Medienkompetenztraining mit Antidiskriminierungsarbeit. Gefördert wird das Projekt vom Niedersächsischen Kultusministerium im Rahmen der Initiative „75 Jahre Demokratie in Niedersachsen“. Das Workshop-Konzept sowie weitere Hintergrundinformationen sind ab Anfang Dezember kostenfrei als Unterrichtspaket bei Exil e.V. erhältlich. Interessierte Schulen, Pädagoginnen und Pädagogen können die Materialien schon jetzt per E-Mail an bildungsarbeit@exilverein.de vorbestellen.

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