Ehemaliger Chef-Trainer des VfL Osnabrück unterstützt Arbeit mit Geflüchteten


Osnabrück, 02. November 2020. Das Projekt „Freizeit für junge Geflüchtete“ des Vereins Exil – Osnabrücker Zentrum für Flüchtlinge e.V. darf sich über eine Spende des HSV-Trainers Daniel Thioune freuen. Dieser wurde von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur mit dem Fußballspruch des Jahres ausgezeichnet. Nun möchte der ehemalige Chef-Trainer des VfL Osnabrück junge Geflüchtete in seiner Heimatregion mit einem Teil des Preisgeldes unterstützen. Im Rahmen des Projekts „Freizeit für junge Geflüchtete“ gestaltet Exil seit vielen Jahren ein regelmäßiges Freizeitprogramm für Kinder und Jugendliche der Landesaufnahmebehörde Bramsche-Hesepe. Die Spende in Höhe von 2.500€ ermöglicht weitere Spiel- und Bastelnachmittage sowie Ausflüge in den Kletterwald, ins Schwimmbad oder zum Fußball gucken in das VfL-Stadion. „Diese Kinder und Jugendlichen haben Schreckliches, für uns Unvorstellbares, durchgemacht. Der Verein Exil holt sie aus ihrem Alltag ab und eröffnet ihnen den Zugang in die Welt des Sports. Für mich als passionierter Sportler ist das die schönste Form, sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu stärken“, begründet Daniel Thioune seine Entscheidung. Zudem sei dem jetzigen Hamburger wichtig, sich auch weiterhin in seiner Heimat zu engagieren.

Kinder und Jugendliche der Landesaufnahmebehörde Bramsche-Hesepe freuen sich über weitere Aktionen

„Wir haben uns sehr über die Nachricht aus Hamburg gefreut. Mit der finanziellen Unterstützung geht gleichzeitig eine Wertschätzung unserer Arbeit einher und das freut uns besonders“, bedankt sich Exil-Geschäftsführerin Marlene Schriever für die Spende. Vor allem für die Kinder und Jugendlichen des Projekts sei diese Geste von großer Bedeutung. „Natürlich spielen auch die am Projekt teilnehmenden Kinder gerne Fußball. Die Aufmerksamkeit durch einen bekannten Fußball-Trainer wie Daniel Thioune ist für sie genauso aufregend wie für alle anderen Fußball-Begeisterten“, so Schriever.

Daniel Thioune zeigt Engagement für Geflüchtete

Der Fußballspruch des Jahres wird seit 2006 von der Deutschen Akademie für Fußballkultur für die lustigsten, kuriosesten und bewegendsten Sprüche vergeben. In diesem Jahr setzte sich Daniel Thioune mit dem Einsatz für einen geflüchteten HSV-Profi durch. Verschiedene Vereine legten im letzten Jahr Protest gegen die Wertung ihrer Spiele gegen den HSV ein, nachdem dem Stürmer Bakery Jatta das Spiel unter falscher Identität vorgeworfen wurde. „Wer es nicht schafft, gegen den HSV zu punkten, sollte nicht auf dem Rücken eines Flüchtlings, der niemandem etwas getan hat, versuchen, einen Vorteil herauszuholen, sondern besser auf die eigenen sportlichen Fehler schauen“, reagierte der damalige VfL Osnabrück-Trainer auf das Verhalten der anderen Vereine. Mit dieser Aussage setzte sich der Preisträger der mit 5.000 Euro dotierten Auszeichnung nun im Online-Voting der Deutschen Akademie für Fußballkultur durch. Neben Exil erhält auch das Flüchtlings-Café des HSV-Fanhauses Stresemannstraße einen Teil des Preisgeldes, das von Volkswagen zur Verfügung gestellt wird.

Gesellschaftliche Verantwortung leben

Auch die Preisverleihung fand in diesem Jahr online statt. Am Abend des 30. Oktobers hatten Interessierte die Möglichkeit, live bei der Verkündung des Fußballbuchs, Fußballspruchs und der Fußball-Utopie des Jahres sowie bei der Verleihung des Walther-Bensemann-Preis dabei zu sein. Für den Fußballspruch des Jahres konnten vorab Zitate aus der Fußball-Welt nominiert werden. Eine Jury rund um die bekannte Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein hat schließlich die elf besten Nominierungen in die Online-Abstimmung gegeben. Müller-Hohenstein bezeichnete Daniel Thiounes Sieger-Aussage dabei als „klug, empathisch und mit klarer Kante“. Auch Autor und Jury-Mitglied Saša Stanišić, der Thioune die Preisfigur überreichte, freute sich, dass Engagement wie dieses prämiert werde.  „In der heutigen Zeit, wenn man gewisse gesellschaftliche Verantwortung einfordert, dann ist es auch wichtig, dass man sie lebt“, rief Daniel Thioune schließlich in seiner Dankesrede zu tolerantem Verhalten untereinander auf. Dies sei dabei nicht nur die Botschaft eines Fußballtrainers, sondern auch eines Menschen, der nachvollziehen könne, wie sich Personen, die neu in unsere Gesellschaft kommen, fühlten. „Daniel Thioune hat gezeigt, dass Engagement nicht nur gesehen, sondern auch gewürdigt wird. Wir sagen ‚Danke‘, dass er diese Anerkennung an unsere Arbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen weitergibt“, freut sich Exil-Geschäftsführerin Marlene Schriever. Trotz der Einschränkungen durch Covid-19 seien alle Projektmitarbeiter*innen bemüht, den Kindern und jungen Erwachsenen der Landesaufnahmebehörde Bramsche-Hesepe weiterhin abwechslungsreiche Angebote zu ermöglichen.