Spendenaufruf: Zugang zum Recht für sudanesische Geflüchtete


Sudanes*innen, die nach Deutschland geflüchtet und hier derzeit geduldet sind, sind aktuell verstärkt von Abschiebungen und Beschäftigungsverboten betroffen. Zugleich rät der niedersächsische Flüchtlingsrat, jetzt Asylfolgeanträge zu stellen, da die Situation im Sudan weiter kritisch ist und Anträge deshalb gute Erfolgsaussichten haben.

Aufforderungen zum Identitätsnachweis

Bei Personen, die über eine Duldung verfügen, gilt die Identität häufig als ungeklärt. Nun werden sie jedoch vermehrt aufgefordert, ihre Identität nachzuweisen und Passpapiere bei der Ausländerbehörde vorzulegen. Da sudanesische Pässe regulär nur in der Botschaft in Brüssel ausgestellt werden, ist die Beschaffung von Ausweispapieren aufgrund der aktuellen Einschränkungen durch die Covid 19-Pandemie so gut wie unmöglich. Die sudanesische Botschaft in Berlin stellt lediglich sogenannte Emergency Travelling Documents aus. Um ein solches Dokument zu erhalten, müssen die betroffenen Personen eine Erklärung unterschreiben, in der sie bestätigen müssen, dass sie freiwillig ausreisen möchten – was nicht der Wahrheit entspricht. Die Menschen sind aus dem Sudan geflohen und wollen nicht dorthin zurück aus Angst vor Verfolgung durch die neue sowie alte Regierung. Daher wollen sie auch das Botschaftsgelände nicht betreten.

Entzug der Arbeitserlaubnisse

Trotz dieser Umstände entzieht die Ausländerbehörde in vielen Fällen den Betroffenen ihre Arbeitserlaubnis, da ihnen vorgeworfen wird, sie würden bei der Identitätsklärung nicht mitwirken. Viele waren bereits berufstätig und mussten ihre Jobs nun aufgeben. Zudem wurden neben diesen einschneidenden Beschränkungen für viele Sudanes:innen nun auch wieder Abschiebungen in den Sudan angeordnet. Den Betroffenen fehlen aufgrund der Beschäftigungsverbote und/oder zusätzlich gekürzter Sozialleistungen jedoch häufig die finanziellen Mittel, um dagegen vorzugehen.

Unterstützung für sudanesische Geflüchtete

Gemeinsam mit No Lager Osnabrück und der Refugee Law Clinic Osnabrück e.V. sammelt Exil Gelder, um Betroffene bei diesen Kosten zu unterstützen. Mit 5.000€ soll 25 Sudanes*innen Zugang zum Recht ermöglicht werden. Sollte wider Erwarten weniger Bedarf bestehen, wird das überschüssige Geld für den Notfalltopf des Refugee Law Clinic Osnabrück e.V. verwendet. Dadurch kommt es Menschen in Notfällen zugute, z.B. um Zugang zum Recht zu gewährleisten, weitere Verfahrenskosten zu decken oder um eine Familienzusammenführung zu organisieren.

Spenden sind hier online oder als Überweisung auf folgendes Konto möglich:
Empfänger: Refugee Law Clinic Osnabrück e.V.
IBAN: DE27 2655 0105 1551 8248 14
BIC: NOLADE22XXX
Verwendungszweck: Zugang zum Recht für sudanesische Geflüchtete

Wir bedanken uns für Eure und Ihre Mithilfe!